Exkursion gegen das Vergessen

Eine Exkursion gegen das Vergessen: Die Achtklässler der Mittelschule Burgthann besuchen die KZ-Gedenkstätte Dachau

 

„Die sich des Vergangenen nicht erinnern, sind dazu verurteilt, es noch einmal zu erleben!“ Diese Mahnung von George Santayana nahmen die 21 Schülerinnen und Schüler mit zu ihrem Besuch in die KZ-Gedenkstätte Dachau.

Mit ihrer Klassenlehrerin Sigrid Schuster, die den Besuch vorbereitet und die 2,5 stündige Führung organisiert hatte,  setzten sich die interessierten Jugendlichen intensiv mit dem Unrechtsstaat des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.

In Dachau entstand das KZ bereits im März 1933. En Jahr später kamen die ersten Häftlinge. Hier wurden ca. 200.000 Menschen aus ganz Europa interniert, davon starben vor Ort ca. 41.500 Menschen. Hier wurden hauptsächlich Männer, aber auch Kinder ab acht Jahren, interniert und ermordet: Kommunisten, Sozialisten, Pfarrer, Systemkritiker, Sinti und Roma, Juden, Homosexuelle, (geistig) Behinderte und angebliche „Asoziale“. 

Am 29. April 1945 wurde das Lager von amerikanischen Soldaten befreit. Über 32.000 Menschen aus über 27 Nationen waren zu diesem Zeitpunkt noch dort.

Das Eingangstor, auf dem „Arbeit macht frei“ steht, war der Ort, an dem die Häftlinge alles abgeben mussten: Ihre Rechte, ihr Eigentum und ihre Menschenwürde. Tag für Tag schufteten sie unter entsetzlichen und grausamen Bedingungen. Auf dem großen Appellplatz mussten sich morgens wie abends die Häftlinge versammeln, um durchgezählt und weiter gedemütigt zu werden: „Ihr seid rechtlos, ehrlos und wehrlos. Ihr seid ein Haufen Scheiße und so werdet ihr auch behandelt.“

Die Häftlinge wurden in Arbeitskommandos eingeteilt. Das Arbeitskommando, in das ein Häftling kam, entschied oftmals darüber, wie groß die Chance auf sein Überleben war. Die tägliche Arbeitszeit betrug elf Stunden.

Die Versorgung der Insassen war sehr schlecht. Sie bekamen weder genügend Nahrung, meist nur dünne Kohlsuppe, noch wurden sie medizinisch versorgt.

Wir konnten am Nachmittag diesen Ort, der an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte erinnert, wieder verlassen. Diese Freiheit besaßen die Häftlinge damals nicht. Wir tragen keine Schuld an diesem Grauen, aber die Verantwortung aufzuklären und zu verhindern, dass sich solcher Terror wiederholt.

Sigrid Schuster

 

 

Jamie Stone, Klasse 8 über den Besuch in der KZ-Gedenkstätte Dachau:

Am Donnerstag, den 16. Januar fuhr ich mit meiner Klasse nach Dachau. Dort habe ich viel gelernt. Hier waren Kinder ab acht Jahren inhaftiert und Männer, die willkürlich bestraft wurden, z.B. durch Pfahlhängen.

Ich fand erstaunlich, dass noch so viele Teile original erhalten waren, wie die Gaskammer oder die Wachtürme. Persönlich fand ich das Museum mit den Adressbüchern, den Arbeitskarten und den Päckchen mit Namen sehr anschaulich und bedrückend. Ich habe gelernt, dass die Häftlinge verschiedene Abzeichen bekamen, die den Grund für die  Inhaftierung anzeigten und dass in einer Schlafbaracke 270 Häftlinge Platz hatten. Aber oft wurden dort viel mehr Menschen eingesperrt.

Ich konnte eine Vorstellung vom  damaligen Leben bekommen, weil die Führung das sehr gut erklärte. Ich fand es sehr erschreckend, dass 11000 Häftlinge verbrannt wurden und die Asche dann einfach irgendwo im Boden vergraben worden ist.

Dieser Tag hat mir gezeigt, dass nur eine falsche Person an die Macht kommen muss, um so viel kaputt zu machen und so viel Schaden anzurichten.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie schlimm es für die Eingesperrten war, dort zu leben und v.a. seine Kindheit und Jugend mit Arbeit und Strafen zu verbringen, ist für mich unvorstellbar. Ich hoffe einfach, dass nie wieder so eine Person an so viel Macht kommt und dass so etwas Schreckliches in der Art nie wieder passiert.