Sicherheitstag 2017

BURGTHANN – „Ich bin mir sicher, das wird sicherlich ein schöner Sicherheitstag.“, begrüßte Christine Wiesand (Leiterin der Grundschule) zusammen mit Sabine Gauer (Leiterin der Mittelschule) alle Schüler, Eltern und Bürgermeister Heinz Meyer bei strahlendem Sonnenschein. Damit hat sie Recht behalten. Unter anderem Feuerwehr, First Responder, Polizei, ADAC, TV Altdorf, Rettungshundestaffel und Präventions- sowie Selbsthilfegruppen deckten das gesamte Spektrum von Selbstverteidigung, über Erste Hilfe, Feuer, Rettung und Verkehrssicherheit ab, um Grund- und Mittelschüler intensiv rund um das Thema Sicherheit und Prävention aufzuklären. Die Schüler nutzten die Gelegenheit den Experten viele Fragen zu stellen.

 

Manch einer mag sich am vergangenen Samstag bei einem Vormittagsspaziergang gewundert haben, warum es in der Grund- und Mittelschule so lebhaft zuging. Grund war der turnusgemäß stattfindende Sicherheitstag, den Christian Volkmuth von der FFW Burgthann mit seinem Team wieder bestens organisiert hat. Zur Begrüßung stimmten die Viertklässler musikalisch auf die nächsten aktionsreichen vier Stunden ein. Im Anschluss stellten sich alle zu einem Foto in den „Toten Winkel“ eines Lasters. Danach wurde im Pausenhof der Mittelschule mit Hilfe von diversen Werkzeugen ein Auto in seine Einzelteile zerlegt, sodass am Ende ein Cabriolet zum Abtransport bereit stand. Heiß her ging es bei der Jugendfeuerwehr: Nach einer kurzen Aufklärung über Feuerlöscher und die Einteilung in Güteklassen ferner das Löschen unter anderem von Wasser- und Fettbrand durften die Jungs und Mädels selbst damit hantieren und einen kleinen Brand in einem Behälter im Eichenhain löschen. Parallel übte derweil eine andere Klasse das Absuchen von verrauchten Räumen, was sich bei wenig Sicht oft schwierig gestaltet. Auch die unterschiedlichen Schutzanzüge bekamen die Schüler näher erläutert und durften diese teils schweren Anzüge selbst einmal anziehen. Was ist zu tun, wenn ein schwerer Gegenstand auf einen Mitmenschen drauf gefallen ist? Das Bewegen von schweren Lasten, wie einen Betonklotz, unter Berücksichtigung des Hebelgesetzes, ist ein wahrer Kraftakt. Letztendlich kann es für den Verunfallten sogar lebensrettend sein.

 

 

„Alkohol ist das beste Lösungs-Mittel. Es löst Konten auf und auch den eigenen Job.“, weiß der Dozent teils aus eigener Erfahrung. Als trockener Alkoholiker scheut er sich nicht, den siebten und achten Klassen die Gefahren näher zu erörtern. Viele versuchen damit ihre Probleme oder Schüchternheit zu verdrängen und geraten dabei immer mehr in den Teufelskreislauf. Bekannte, die davon betroffen sind, sollte man daher direkt darauf ansprechen, dass es Selbsthilfegruppen, anonyme Alkoholiker-Gruppen oder Ärzte und bei Schülern Vertrauenslehrer gibt, wo einem geholfen wird. Wie man am besten verhütet und alles rund um das Thema Aids erfuhren Schülerinnen und Schüler in getrennten Räumen im Workshop „Aids-Prävention“. Zu Beginn ordneten sie Schaubilder in die Bereiche „kein“ und „hohes Übertragungs-Risiko“ ein. In der Sandstraße ging es währenddessen recht sportlich zu: Mit viel Anlauf spurteten die Schüler zur Zielgeraden, um dort spontan abzubremsen. Dabei kamen sie, je nach Geschwindigkeit und Reaktionszeit, unterschiedlich schnell zum Stehen. Die Bodenbeschaffenheit und das Profil der Sohlen können den Bremsweg deutlich verlängern. Wie das Auto auf nasser Fahrbahn reagiert erklärt und zeigt der ADAC in dem Schulprojekt „Hallo Auto“ näher. Vor allem wenn man mal „schnell“ in die Arbeit muss, ist das Unfallrisiko deutlich höher.

 

Die Grundschüler sahen sich unterdessen einen kleinen Film an zum Thema „Notruf absetzen ist doch kinderleicht!“. Dabei wurde auf die 5-W-Fragen intensiv eingegangen. Viel Freude hatten sie bei der Übung in der „kleinen Ersten Hilfe“ beim Trainieren der stabilen Seitenlage. Der Nachwuchs lernte auch den Umgang mit Feuerwerkskörpern. Das Zeichen CE bedeutet, dass dieser geprüft und sicher ist. Von teils gefährlichen Situationen, vor allem am Silvester, berichteten die Kinder, die zugleich in der Stuhlrunde besprochen wurden. Die wichtigsten Baderegeln und alles rund um die unterschiedlichsten Abzeichen bekamen die kleinen Badenixen von Wolff-Sports erklärt. Wie ist das verkehrssichere Fahrrad aufgebaut? Über die Wichtigkeit des Helms und die Beleuchtung erfuhr man von der Firma Zehnter aus Ezelsdorf. Zeitgleich erweiterten die anderen Mitschüler ihr Wissen über den sicheren Schulweg. Auffällige Kleidung tragen, wenn es noch dunkel draußen ist, ist für das rechtzeitige Erkennen gegenüber Autofahrern von Vorteil.

Die wohl beste Spürnase, wenn es um das Retten von verschütteten oder vermissten Menschen geht, hat das vierbeinige Team der Rettungshundestaffel (aus Bieberttal). Ausbildung und den oftmals anstrengenden Job des Arbeitstiers Hund wurde den Kleinen am Sportplatz anschaulich dargestellt. Durch Rohre vorsichtig kriechen, über Leitern gehen und balancieren sind nur ein paar Beispiele. Auch die Feuerwehrleute müssen fleißig trainieren. In der Turnhalle konnte man dies bei den aufgebauten Parcours ausprobieren.

 

Der TV Altdorf behandelte das Thema Kinderselbstverteidigung. Wie man sich richtig verteidigt, Konflikte vermeidet und sich vor Angriffen wehrt, durften die Erst- und Zweitklässler nach einer kurzen Einführen gleich selbst mit einem Partner praktizieren.  Auch Eltern, Großeltern und Gäste frischten ihr Wissen auf: An der Grundschule wurde das Erste-Hilfe-Training angeboten, von der stabilen Seitenlage bis hin zur Reanimation. Der Elternbeirat sorgte für das leibliche Wohl. Durch viele anschauliche Materialien, den kind- und jugendgerechten Erklärungen und dem „learning by doing“ war der Sicherheitstag ein pädagogisch wertvoller Bestandteil im Schulleben. Spiegeln doch die Inhalte des abwechslungsreichen Unterrichts nahezu die Realität wieder. Nun sind die Schüler einmal mehr sensibilisiert und geschulter für richtigeres Verhalten in Gefahren- oder Notsituationen.