Sicherheitstag 2016

Lehrreich und sehr abwechslungsreich war das Programm, das Christian Volkmuth von der Feuerwehr Burgthann in Kooperation mit der Grund- (Schulleiterin Renate Ott-Schwander) und Mittelschule (Schulleiterin Hannelore Bock) zu den Themen Internet, Drogen, Verkehr, Baden, Verhalten an Bahngleisen und viele mehr auf verschiedenen Stationen in den Schulgebäuden und am Außengelände buchstäblich auf die Beine gestellt haben. Die intensive Vorbereitung hat sich gelohnt. Die Schüler der Grund- und Mittelschule stellten viele interessierte Fragen und beteiligten sich rege an den Mitmachaktionen.

 

Vor Beginn der zahlreichen Workshops trommelte die Percussiongruppe der Mittelschule nicht nur die Regenwolken weitestgehend weg, sondern eröffnete mit Trommelschlägen den Sicherheitstag und ließ es ordentlich krachen. Nach der Begrüßung durch die Schulleiterinnen trat der Grundschulchor auf mit dem passenden Titel „Uns’re Schule feiert heute“ und die Tanzgruppe zeigte ihr Können zu mitreißenden Songs. Der Chor der 5. Klasse läutete mit einem Frühlingslied obendrein die stimmungsvolle Jahreszeit ein. Bürgermeister Heinz Meyer begrüßte diese Art des Schulfestes sehr, weil er für Gefahren sensibilisiert und gleichzeitig über Verhaltensregeln aber auch über Konsequenzen aufklärt.

Die Raiffeisenbank Burgthann überreichte während der Begrüßung einen Scheck über 500 Euro, der den beiden Schulen zugute kommt.

Die Elternbeiräte bedankten sich für die Organisation und waren in der Pause unschlagbar beim Bewirten der Schulfamilie und Gäste. Das herzliche Dankeschön für ein ganz leckeres Büffet war von allen Seiten zu vernehmen.  

 Eins, zwei oder drei, welche Antwort von den 10 Fragen über die Baderegeln sind wohl richtig? Bei allen Stationen standen Spiel, Spaß, viel Bewegung und Mitmachaktionen im Vordergrund. In einigen Workshops wurden Beispiele filmisch unterstützt. Die Deutsche-Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) erläuterte u.a. das Verhalten bei Gewitter, warum man nicht in der Nähe von Booten und Schiffen schwimmen darf und vieles mehr. Wie man sich an Bahngleisen, gerade in kurvenreichen Bahnhöfen verhält, wie z. B. in Burgthann, nämlich nicht schupsen, rumalbern und sich hinter der weißen Linie bewegen, erklärte die Bundespolizei Nürnberg. Auch darf man nicht mit Steinen auf Züge werfen, was leider immer wieder aus purem Übermut passiert. Die Firma Zehnter aus Ezelsdorf, Spezialist in Sachen Sicherheit rund um das Fahrrad, warnte davor, bei Dunkelheit ohne Licht zu fahren, und fand es bedauerlich, dass Helm- und Westenpflicht wohl noch nicht in allen Köpfen angekommen ist. Zu bedenken gilt ebenso, dass sich offene oder zu lange Schuhbändchen in der Kette verfangen und das Unfallrisiko erhöhen können. Über Cybermobbing, soziale Netzwerke, Rechte am Bild und Datenschutz berichtete die Polizei aus Nürnberg. „Auf die Plätze fertig und los!“, rief der Mitarbeiter vom ADAC, „und Stopp“. Gar nicht so einfach, so schnell zu reagieren. Doch man stellt sich nun diese brenzlige Situation mit dem Auto vor. Auch bei der Schätzfrage, bei welchem Hütchen das mobile Gefährt zum Stehen kommt, haben sich viele Kinder verschätzt. Wie man den Bremsweg berechnet und wie sich das allein schon bei Schrittgeschwindigkeit auf nasser Fahrbahn auswirkt, führten die Gelben Engel vor. „Hallo Auto“, denn mitfahren war letztendlich auch ausdrücklich erwünscht. Schließlich lernten die Grundschüler noch die Vierbeiner der Rettungshundestaffel Biberttal kennen. Zuerst war Streicheln und Vertrauen gewinnen angesagt. „Woran erkennt man, dass der Hund lächelt?“ Die Kleinen zuckten mit den Schultern. „Indem der Hund die Mundwinkeln nach oben zieht?“, scherzte der Leiter. 20 Minuten hält der tierische Kollege bei Suchaktionen durch. Die Ausbildung besteht aus mehreren Prüfungen. Vorgeführt wurden diverse Kunststücke, bei denen der Hund die Anweisungen des Herrchens ganz genau befolgen sollte. In einer der zwei kleinen Häuschen versteckten sich Kinder, die schnüffelnd schnell aufgesucht werden mussten, um diese in Notfallsituationen rasch medizinisch versorgen zu können. „Nicht mit mir“ lautete das Motto des Turn-Vereins aus Altdorf. Das Team zeigte den Erst-/ Zweitklässlern das richtige Verhalten, die Deeskalation, bei unerwünschten und verletzlichen Angriffen und brachte ihnen verbal („Geh weg!“) und mit kleinen Übungen Abwehrhaltungen bei. Auch erläuterten sie, was weglassen: die Not-Inseln weglassen: am Marktplatz in Altdorf genau bedeuten: Wird man verfolgt oder belästigt, kann man in die Geschäfte gehen und Hilfe holen. Über den sicheren Schulweg informierten außerdem noch Herr Lugert und Herr Appelt von der Polizeiinspektion Altdorf.

 

Verbände richtig anlegen, stabile Seitenlage sowie erste Hilfe-Maßnahmen führten die Feuerwehr und das First-Responder-Team vor und alle legten kurz darauf selbst fleißig Hand an. Über die vielen Ausflüge, die Organisation des  „Tags der Umwelt“ und die umfangreiche technische Ausbildung an Geräten und rund um das Feuerwehrauto informierte die Jugendfeuerwehr in der Mittelschule. Im Pausenhof bastelte man fleißig an einem Cabrio. Dabei durchtrennte anstelle zerschnitt man die mobile „Blechbüchse“ mit dem richtigen Werkzeug. Den Gurt beispielsweise zerschneidet man in Faserrichtung. Je schneller die Arbeit vonstattengeht, umso schneller kann man am Unfallort dem Opfer das Leben retten. Frauen aufgepasst in der Disco bei offenen Getränken. Die Zombi-Droge Gamma Hydroxy Buttersäure (GHB), die man ins Getränk schüttet, wenden Jungs oftmals an, um die Herzensdame zu verführen. Dabei wird das Bewusstsein ausgelöscht und man wird willenlos gefügig. Auch die gravierenden Auswirkungen von Crystal Meth wurden erklärt. Anhand von Fallbespielen durften die Schüler selbst Polizist spielen und Straftaten bzw. Festnahmen mit Begründung gedanklich durchspielen.

Wie schützt man sich vor Aids, wie geht man mit der Krankheit um und wie wirkt sich das Endstadium aus? Diese und viele weitere Fragen beantwortet die Aidshilfe Mittelfranken und zeigte anhand von Bilderrätseln auf, wie man sich anstecken kann. Sie wies darauf hin, dass nicht alle Angaben im Internet stimmen müssen.

 

 

Das Absuchen von verrauchten Räumen war ebenfalls ein sehr interessantes Thema, das viele Staun- und Aha-Effekte hervorrief. Das Gewicht der Ausrüstung bei einer 75 Kilogramm schweren Person beträgt 50 Prozent des Körpergewichts: 115 Kilogramm Gesamtgewicht mit der gesamten Schutzausrüstung, nicht zu unterschätzen. (Weglassen: Die Schutzausrüstung beträgt 15, Atemschutzausrüstung 22 und Sondergeräte 5 Kilogramm.) Eine Folie auf der Atemschutzmaske simuliert die äußerst schlechte Sicht der Feuerwehrleute beim Abtasten des sogenannten „kühlen Raums“. Wärmebildkameras, Schutzvorhänge und eine Axt zur Orientierung erleichtern die Sucharbeit. Weglassen bzw. umstellen: Raum mit Hilfe einer Axt am Boden, den sogenannten „kühlen Raum“.  Die Sauerstoffflasche hält gerade mal eine Stunde. Die Türen werden mit einem bestimmten Schutz-Vorhang verhängt. Wärmebildkameras erleichtern die Sucharbeit.

 

In der Turnhalle fand für Geschwister und Eltern ein Rahmenprogramm mit verschiedenen „Feuerwehrstationen“ statt. (Weglassen: Sich) An Tauen hängend Hindernisse passieren, unter Matten durchkriechen, die Sprossenwand überwinden, über Langbänke rutschen sind nur ein paar Beispiele, die auch Feuerwehrleute regelmäßig üben müssen, um für Einsatze gewappnet zu sein.   Austoben konnte man sich auch beim Kartfahren. Die Firma Gokart-Profis aus Ezelsdorf hatte die tolle Bahn und 2 Begleitpersonen dankenswerterweise kostenlos zur Verfügung gestellt. Kreatives entstand im Handarbeitsraum beim Nassfilzen mit Anne Wagner.

Der bestens organisierte Sicherheitstag, der nachhaltigen Lerneffekt hinterlässt, war für Groß und Klein eine sehr willkommene Abwechslung im Schulalltag.

Sabine Rösler